Robotik

Die roboterassistierte Cochlea-Implantation

Die roboterassistierte Cochlea-Implantation stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Behandlung hochgradiger Schwerhörigkeit dar. In Bern wurde 2016 weltweit erstmals am Menschen eine roboterassistierte Cochlea Implantation durchgeführt. Diese innovative Methode ermöglicht eine besonders präzise und minimal-invasive Platzierung des Implantats in das Innenohr, wodurch das Hörvermögen betroffener Patienten nachhaltig verbessert werden kann. Durch den Einsatz modernster Robotik-Technologie werden Eingriffe mit höchster Genauigkeit durchgeführt, wodurch das Risiko von Komplikationen minimiert und die Schonung empfindlicher Strukturen im Ohr maximiert wird. Diese Technik eröffnet neue Möglichkeiten in der Hörrehabilitation und trägt dazu bei, die Lebensqualität von schwerhörigen Patienten entscheidend zu verbessern. Seit 2024 wird am Inselspital für das schonende Platzieren der Cochlea Implantat Elektroden in der Hörschnecke ein Roboter eingesetzt. Das Hörimplantate-Zentrum des Inselspitals Bern hat eine langjährige Erfahrung mit der robotischen Chirurgie und ist in diesem Bereich weltweit führend

 

Roboter assistierte Cochlea-Implantation bei hochgradiger Schwerhörigkeit: Experteninterview mit Prof. Caversaccio

Als Klinikdirektor und Chefarzt der Universitätsklinik für HNO, Kopf- und Halschirurgie am Inselspital Bern bringt er umfassende Expertise und Erfahrung in den Bereichen der Chirurgie und modernen medizintechnischen Verfahren ein.

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Video auf JOVE-Website

Robotergestützte Cochlea-Implantation für direkten Cochlea-Zugang

Dieses Video beschreibt das Verfahren der robotischen Cochlea-Implantation für den minimalinvasiven Innenohrzugang. Robotergestützte Systeme bieten großes Potenzial für eine schonendere und präzisere Cochlea-Implantation. In diesem Artikel geben wir einen umfassenden Überblick über den klinischen Workflow für die robotische Cochlea-Implantation mit einem Robotersystem, das speziell für einen minimalinvasiven, direkten Cochlea-Zugang entwickelt wurde. Der klinische Workflow umfasst Experten aus verschiedenen Disziplinen und erfordert Schulungen, um einen reibungslosen und sicheren Ablauf zu gewährleisten. Das Protokoll fasst die Geschichte der Roboter-Cochlea-Implantation kurz zusammen. Der klinische Ablauf wird ausführlich erläutert, beginnend mit der Beurteilung der Patienteneignung über die chirurgische Vorbereitung, die präoperative Planung mit der speziellen Planungssoftware, das Bohren des Mittelohrzugangs, die intraoperative Bildgebung zur Bestätigung der Flugbahn, das Fräsen des Innenohrzugangs, das Einsetzen des Elektrodenarrays bis hin zum Implantatmanagement. Die Schritte, die besondere Aufmerksamkeit erfordern, werden besprochen. Als Beispiel wird das postoperative Ergebnis der robotischen Cochlea-Implantation bei einem Patienten mit fortgeschrittener Otosklerose vorgestellt. Abschließend wird das Vorgehen im Kontext der Erfahrungen der Autoren diskutiert.

Link zum Video (Aufnahme: Gianni Pauciello HNO-Klinik Inselspital):
Roboter-Cochlea-Implantation für direkten Cochlea-Zugang

 

Internationale wissenschaftliche Publikation in Fachzeitschrift, 30 manuelle vs. 30 Roboter-Insertionen

Studie zu durchgeführten Versuchen des neuartigen robotergestützten Systems zur Implantation von Cochlea-Implantat-Elektroden

Zusammenfassung Ziel: Da immer mehr Cochlea-Implantat-Kandidaten eine Restfunktion im Innenohr aufweisen, gewinnen Strategien zur Hörerhaltung bei der Implantation an Bedeutung. Mithilfe von robitischen Insertions-Systemen konnten die Insertionen gleichmässiger und mit weniger Druckspitzen durchgeführt werden. In dieser Studie verwenden wir ein validiertes In-vitro-Modell, um ein neuartiges chirurgisches Instrument umfassend zu evaluieren, das diese Herausforderungen durch die motorisierte Bewegung einer Pinzette bewältigt.

Methoden: Mithilfe von Lateralwandelektroden untersuchten wir zwei Untergruppen von Bohrungen: 30 Bohrungen wurden manuell von erfahrenen Chirurgen durchgeführt, weitere 30 Bohrungen mit einem roboterassistierten System unter Aufsicht derselben Chirurgen. Wir verwendeten ein realistisches, validiertes Modell des Schläfenbeins. Dieses Modell reproduziert die intracochleären Reibungsbedingungen präzise und ermöglicht die synchrone Aufzeichnung der Kräfte auf intracochleäre Strukturen, des intracochleären Drucks sowie der Position und Verformung des Elektrodenarrays in der Scala tympani.

Link zu Publikation PDF (englisch)

Publikation in multidisziplinären wissenschaftlichen Fachzeitschrift Frontiers in Surgery

Ergebnisse zum Hörerhalt nach Einsetzen einer motorisierten eingeführten Cochlea-Implantat-Elektrode: Beobachtungen in der angepassten Kohorte

Cochlea-Implantate (CI) sind eine etablierte Behandlungsmethode bei hochgradigem sensorineuralem Hörverlust und werden zunehmend auch bei Patienten mit erheblichem Restgehör eingesetzt. Der Erhalt des Restgehörs ist mit besseren Behandlungsergebnissen verbunden, darunter Sprachverstehen im Störgeräusch, natürliche Klangwahrnehmung und räumliches Hören. Die manuelle Elektrodenimplantation ist jedoch durch Handzittern und abrupte Bewegungen eingeschränkt, die zu intracochleären Traumata führen können. Motorisierte Implantationsinstrumente (MIT) wurden entwickelt, um ein langsames, kontinuierliches und hochpräzises Vorschieben der Elektrode zu ermöglichen.

Link zu Publikation PDF (englisch)

Können OTODRIVE und OTOARM zum Erhalt des Restgehörs beitragen?

Wie sich die Implantatchirurgie bei Verwendung eines robotergestützten Geräts verändert

Die Forschung von Prof. Dr. Stefan Weder mit OTODRIVE und OTOARM umfasst sowohl präklinische als auch klinische Phasen und vergleicht die manuelle mit der robotergestützten Elektrodenimplantation.
„Wir wollten unbedingt verstehen, wie sich die Implantat-Chirurgie durch den Einsatz eines robotergestützten Systems verändert. Unser Forschungsprojekt hatte daher zwei Teile – einen präklinischen und einen klinischen“, erklärt Prof. Weder.
In der präklinischen Studie verwendeten Prof. Weder und sein Team ein Modell mit mehreren Sensoren und baten drei Chirurgen, jeweils zehn Implantationen durchzuführen, entweder manuell oder mit dem OTODRIVE-System.
„Unser präklinisches Modell zeigte, dass wir mit dem OTODRIVE-System eine deutliche Reduzierung des Drucks und der Krafteinwirkung auf die Cochlea feststellen konnten.“
In der klinischen Phase haben Prof. Weder und sein Team bereits über 40 Patienten implantiert.
Die Forschung läuft zwar noch, aber Prof. Prof. Weder hat bereits beobachtet, wie OTODRIVE das Potenzial hat, Chirurgen bei der Reduzierung von Insertionstrauma zu unterstützen.

* Die CASCINATION AG ist der Hersteller von OTODRIVE. MED-EL ist der exklusive Vertriebspartner von OTODRIVE.
Lesen Sie hier mehr über die präklinische Forschung von Prof. Weder: lnkd.in/dhZXsDBh
https://lnkd.in/dvwdREiy

 

Sehen Sie sich das Video von Prof. Stefan Weder an, um seine Sichtweise kennenzulernen.